Unternehmenskommunikation, Branding und Werbung: Das ist nicht dasselbe

Zielgruppe: Marketing

Wenn ich mit einem Unternehmen an einem Fotoshooting oder einem Video arbeite, höre ich oft Sätze wie: «Machen wir mit den neuen Fotos ein bisschen Werbung!» oder «Dieses Video ist fürs Branding gedacht.»

Aber… sind wir sicher, dass wir die Begriffe richtig verwenden?

Kommunikation, Branding und Werbung sind nicht dasselbe. Wer den Unterschied versteht, kann sein Unternehmen ganz anders und viel wirkungsvoller präsentieren.

Was verstehen wir unter Unternehmenskommunikation?

Unternehmenskommunikation ist alles, was zeigt, wer du bist, was du tust und wie du dich verhältst.

Dazu gehören die Webseite, die sozialen Medien, Broschüren, E-Mails und sogar die Signatur in deiner Newsletter.
Es ist der Tonfall, die Wortwahl, die Bildsprache.

Als Fotografin sehe ich das bei jedem Besuch: Kommunikation beginnt im Raum, bei den Menschen, in den Details.

Ein Unternehmen kommuniziert auch dann, wenn es scheinbar nichts sagt. Zum Beispiel:

  • Ein karger Besprechungsraum vermittelt Kälte
  • Eine langsame, unübersichtliche Webseite vermittelt Chaos
  • Ein unscharfes LinkedIn-Profilbild vermittelt Nachlässigkeit

Branding: die sichtbare Identität mit Tiefe

Branding ist das, was die Wahrnehmung deines Unternehmens prägt.

Es geht nicht nur um das visuelle Erscheinungsbild (Logo, Farben, Schriften), sondern auch um das Gefühl, das du vermitteln willst.
Wenn ich ein Fotoshooting plane, frage ich immer zuerst: «Was soll der Kunde empfinden, wenn er diese Bilder sieht?»

Branding bedeutet Konsistenz. Das heisst:

  • Die Webseite, die sozialen Medien und gedruckte Materialien erzählen dieselbe Geschichte
  • Jedes Bild, jedes Video, jede Aussage bestätigt deine Markenbotschaft

Ein Unternehmen kann sehr aktiv kommunizieren… und trotzdem ein schwaches Branding haben.
Oder ein schönes Logo besitzen… aber völlig inkonsistent auftreten.

Werbung: das Werkzeug zur Verstärkung

Werbung ist ein Teilbereich der Kommunikation.
Sie dient dazu, gezielt Aufmerksamkeit zu erzeugen, meist über bezahlte Kanäle.

Das ist die Facebook-Kampagne, das Flugblatt auf der Messe, das gesponserte Video auf YouTube.

Der häufige Fehler: Werbung zu machen, ohne zuvor eine klare Identität zu entwickeln.

Das ist, als würde man laut in einer Menge schreien… ohne dass jemand versteht, wer du bist oder warum man dir zuhören sollte.

Wenn man mich bittet, ein Video «für Werbung» zu produzieren, frage ich immer zuerst:
«Was ist die Botschaft und wie passt sie zur restlichen Kommunikation?»

Denn Werbung allein schafft keinen Wert.
Sie ist der letzte Schritt eines viel tiefergehenden Prozesses.
Sie kann nur dann wirksam sein, wenn sie auf einer klaren, wiedererkennbaren Markenbotschaft aufbaut.

So unterscheidest und verbindest du die drei Ebenen

Im Tessin gibt es viele Unternehmen, die kommunizieren, Kampagnen schalten und auf Instagram posten.
Aber oft geschieht das unkoordiniert. Die Folge?

Eine Marke, die schwer erkennbar ist und Kundinnen und Kunden, die sich nicht angesprochen fühlen.

Um eine starke Identität aufzubauen, müssen diese drei Ebenen aufeinander abgestimmt sein:

  • Kommunikation → die Botschaft
  • Branding → die Identität
  • Werbung → der Kanal, der die Botschaft nach aussen trägt

Als Fotografin und Videomacherin ist es meine Aufgabe, sichtbar zu machen, was ein Unternehmen wirklich ist, mit Klarheit und Konsistenz.

Häufige Fragen – kurz beantwortet

«Brauche ich wirklich eine Fotografin, wenn ich schon ein Logo habe?»
Ja. Das Logo ist nur ein Teil deiner Marke. Bilder erzählen von Menschen, Räumen und Werten.

«Kann ich Werbung machen, auch wenn mein Branding noch nicht fertig ist?»
Besser nicht. Du riskierst, eine falsche oder widersprüchliche Botschaft zu senden.

«Wie merke ich, ob meine Kommunikation stimmig ist?»
Sieh dir deine Webseite, deine sozialen Medien, deine Broschüren und dein LinkedIn-Profil an. Wenn sie wirken, als kämen sie von unterschiedlichen Unternehmen, dann gibt es Handlungsbedarf.

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